Einige Empfehlungen für die Perückenauswahl und -kauf
"Bloss nicht!!!"
Grundsätzlich gehe ich davon aus oder unterstelle,
dass frau außer Haus gehen will, sich also aus den eigenen vier Wänden
heraus trauen möchte, und soweit möglich unerkannt, einfach wie jede andere
Frau unter Leuten auf öffentlichen oder anderem Gebiet sich bewegen möchte.
Für das Erscheinen in der Öffentlichkeit
gilt, grundsätzlich so normal und natürlich wie möglich zu erscheinen.
Also so, wie jede andere Frau auf der Straße. Das heißt, sein Outfit,
hier insbesondere die Haartracht konventionell erscheinen zu lassen. Beim
Kauf der Perücke darf nicht die Wunschvorstellung des Aussehens entscheiden!!!
(Wohlgemerkt - wenn wir in die Öffentlichkeit wollen! - Zu Hause
ist von DWT bis überschrille Drag alles erlaubt, was einem persönlich
gefällt)
Wir alle wären wahrscheinlich gerne blond und glatt langhaarig, oder rassig rot mit Damenkonfektionsgröße 36, höchstens 38, und dazu vollbusig und mit schönen langen Beinen ausgestattet. Aber die Natur hat diese Spezies sehr selten gefertigt! Stellt euch mal auf eine Einkaufsstraße und versucht diesen Wunschtyp zu finden. Das ist so ähnlich wie bei den vierblättrigen Kleeblättern, die kommen nur manchmal vor. In Hollywood etwas häufiger, in Deutschland seltener. Also nicht von eigenen Träumen oder Zeitschriften wie Bel Air, Vogue, Typen wie Claudia Schiffer, Doris Day und anderen Vorgaben zehren, sondern dem Grundsatz folgen, jede Frau ist hübsch, wenn sie weiß sich darzustellen.
Manchmal seht ihr eine ältere Frau, so irgendwo zwischen 60 und 70 Jahren, die sich so kleidet
und gibt wie 30. Die fällt sicher sofort auf.
Ihr selbst dagegen, in langen glatten Haaren,
womöglich in wasserstoffsuperperoxidblond tut dies auf jeden Fall!
Versucht doch einfach einem
möglichst natürlichen und durchschnittlichen Erscheinungsbild nachzugehen.
Dann kommt ihr auch an und man nimmt euch gerne als Frau wahr.
Auswahl der
Farbe
Versucht möglichst eure Haarfarbe zu treffen.
Eine geringe Abweichung, heller oder dunkler macht nichts aus. Die Übereinstimmung
von Perückenfarbe und dem eigenem Haar hat viele Vorteile:
- Die so, dem eigenen Haar nachempfundene
Farbe harmoniert in fast allen Fällen zu Augenbrauen und gesamten Teint
bzw. Hautfarbe.
- Die eigenen Haare unter der Perücke fallen nicht auf. Fast alle Frauen legen ihre Ohren frei.
Sie führen regelmäßig, für sie praktisch, ihre vorderen Haarsträhnen hinter die Lauscher.
Alleine die Bewegung sieht schon mordsmäßig feminin aus.
Ihr solltet entsprechend eure Koteletten so anpassen, dass das auch möglich ist. Wenn die Haarfarben nicht übereinstimmen ist diese Frisur bzw. diese typische Frauengeste nicht möglich. Es sieht
auch sehr weiblich aus, wenn dadurch mit den Lauschern die Ohrringe frei
werden. (Übrigens sehen Haare in den Ohren nicht wirklich sexy aus)
Überhaupt lässt es sich nicht immer vermeiden, dass die richtigen Haare hie und da, z.B. im Nackenbereich bei Wind zum
Vorschein kommen.
Auswahl der
Frisur
Bei der Frisurauswahl gilt wie oben: Nicht so sehr Wunschvorstellungen nachgehen und nachgeben. Schaut euch um, welche natürliche Frau hat denn die lange, vollgelockte Löwenmähne? Ausnahmen bestätigen jede Regel, so dass
eine solche Haartracht der einen oder anderen von uns sicher steht und sehr gut
aussieht. Ist aber nicht die Regel. Achtet einfach hier auf das natürliche Wirken der Perücke. Das
Mittelmaß ist angesagt und kommt echter an. Es soll auch nicht so aussehen, wenn ihr gerade
frisch vom Frisör kommt, z.B. mit wilden Locken. Vollständig glattes Haar haben vielleicht
Schulmädchen mit 12 Jahren. Das Gleiche gilt für die Länge, - bis zum
Popo trägt Frau selten. Wenn ihr dennoch Länge beim Kauf bevorzugt, achtet
darauf, das die langen Haare sich stylen lassen. Das heißt, Frau trägt
ihre langen Haare selten offen über die Schulter fallend, weil das wahrscheinlich
unpraktisch ist. Also müssen die Haare sich zum Beispiel zu einem Pferdeschwanz
zusammenbinden lassen. Oder was toll aussieht und sehr elegant weiblich wirkt,
ist, wenn sich die Haare zusammenrollen und hinten hochstecken lassen.
Alle Perücken wirken ja irgendwie unnatürlich. Durch solche improvisierte
Frisuren (Zopf, Hochstecken, Abstecken), verbunden mit Haarzubehör (Schleifchen, Haarband, Klammern, am Besten zur
Kleidungsfarbe passend) wirkt die künstliche Haarpracht natürlicher. Achtet
bitte zudem darauf, dass, wenn die Perücke mehr glatt als gelockt ist,
ob wie oben beschrieben, Haarsträhnen als leicht ausführbarer Ausdruck weiblicher Körpersprache hinter
die Ohren geführt werden können.
Machart
Die für mich besten Perücken sind die sogenannten
"monofilament" Perücken. Ich kann zwar nicht den technischen Unterschied
zu den normalen Perücken erklären, aber ich weiß nur soviel, dass
sie im Scheitel und im Haaransatz sehr viel weniger künstlich wirken.
Zudem fällt das Haar bei dieser Perückenmachart viel natürlicher und ist
wie richtiges Haar, leichter und abwechslungsreicher zu kämmen. Leider
sind diese Perücken nicht gerade preiswert. Aber nichts ist ärgerlicher
als bereits eine zweite Perücke gekauft zu haben, die auch nicht besser
aussieht als die erste. Dann lieber etwas mehr ausgegeben und richtig
gemacht! Achtet zudem auf die Pflegeanleitung. Selbstverständlich sollte
sich eine Perücke waschen lassen. Alleine wegen der bei uns doch etwas höher dosierten
Schminke ist regelmäßiges Reinigen angesagt.
Der Vorteil von Echthaarperücken ist halt eben der Gleiche wie bei richtigen Haaren: Man kann mit dieser Perücke alles machen, was mit natürlichem Haar auch möglich ist: Waschen, färben, schneiden, aufdrehen für Wellen usw. (Naja, abgesehen davon, dass die Haare nicht nachwachsen). Allerdings braucht diese Perücke auch die entsprechende Pflege bzw. die richtige Hand, einen Frisör oder ein sehr geschicktes Händchen, das sich mit Aufdrehen, Fönen usw. auskennt. Dadurch läßt sich die Frisur und die Farbe stärker improvisieren, das hat natürlich alles seinen Preis.
Wo einkaufen?
Vor dem Kauf solltet ihr euch in einem Fachgeschäft
beraten lassen und verschiedene Modelle unbedingt probieren. Wo das geht,
erfahrt ihr auf unserer Seite. Einen Rock,
eine Bluse und anderes kann frau schon mal wegwerfen, wenn es ein Fehlkauf
war. Das wird bei einer Perücke bzw. dann in der Regel bei Perücken sehr
teuer. Perücken um die 60,- Euro oder darunter sind eher etwas für den Karneval
(natürlich gibt es immer Ausnahmen). Eine von mir bevorzugte monofilamente
Perücke, ist nicht unter 180,- Euro zu haben. Im Internet, z.B. Ebay, findet ihr manchmal auch gebrauchte Qualitätsperücken für wenig Geld.
Entgegen der Meinungen einiger Kolleginnen
im Web, die ähnliche Empfehlungen zu dem Perückenthema veröffentlichen,
bin ich der Ansicht, dass ihr zu der Anprobe nicht unbedingt oder gar
nicht geschminkt sein müsst. Ich glaube zudem auch nicht, dass ihr bei
der Verkäuferin mit Camouflage im Gesicht viel Begeisterung auslöst. Das
Zeug verschmiert eventuell sogar die Haarteile. Selbsterklärend sollte
allerdings sein, das ihr "popoglatt" rasiert antretet.
Wenn eine Perücke aus eurem normalen Gesicht
die weiblichen Züge in eurem Antlitz hervorhebt, also ihr alleine und ungeschminkt mit
aufgesetzter Perücke mehr als Frau wirkt, und nicht wie die Kopie von
George Harrison, Jimi Hendrix oder ein anderes "haariges" Pop und Rockidol oder gar Karnevalsjeck, ist das
Haarteil richtig. Make-Up und das Schminken verstärken dann den weiblichen
Eindruck noch mehr. Es sollte nicht umgekehrt sein, so dass erst mit dem
Make-Up und dem weiteren Outfit ihr wie Frau ausseht. Ein schönes Kleid
muss z.B. auch von selber wirken, nicht erst durch die Accessoires wie Kette, Brosche,
Tücher usw.
(Urprungstext von Madeleine (1999), von Christine (2009) leicht verändert und aktualisiert)
